KOMMUNALKA

„Wir woll’n zusammen leben und nicht im Schließfach, das’n Wohnklo hat“*

Der Wohnungsmarkt in Berlin ist in den letzten Jahren durch steigende Mieten, Umwandlung in Eigentumswohnungen und sich daraus ergebender Verdrängung geprägt. Als Bewohner/innen dieser Stadt kennen wir diese Zustände nur zu gut und wollen uns damit nicht abfinden.

Wir sind eine Gruppe von rund 30 Erwachsenen und Kindern, die sich vor allem über ihr sozial-gesellschaftliches Engagement kennengelernt haben. So sind wir in verschiedenen Bereichen aktiv – dies reicht von Kiezinitiativen, über Künstlerkollektive bis zu politischen Kampagnen. Dabei haben wir vielfältige Erfahrung mit der Gestaltung von Gruppenprozessen gesammelt.

Zukünftig möchten wir kollektiv in einem Haus in Berlin wohnen. Wir wollen ein Haus kaufen, aber kein individuelles Eigentum erwerben. Wichtig ist es uns, mit vielen anderen engagierten Menschen zusammenzuwohnen, statt vereinzelt. Wir streben eine Rechtsform an, die es uns ermöglicht, ein Objekt dauerhaft dem Markt zu entziehen und dadurch langfristig bezahlbare Mieten sichern zu können. In Frage kommt zum Beispiel ein Genossenschaftsmodell oder eine Mitgliedschaft im Mietshäusersyndikat. Dabei sollen verschiedene Lebensentwürfe, kulturelle Hintergründe und Altersgruppen unter „ein Dach“ gebracht werden, so sollen WGs gegründet werden, Kinder ihren Platz finden, zentrale Gemeinschaftsräume entstehen und auch wenn wir einmal alt sind, soll das Haus trotzdem unser Zuhause bleiben können. Um den Veränderungen des Lebens gerecht zu werden, streben wir altersgerechtes Wohnen mit flexiblen Grundrissen an (z.B. Cluster-Bauweise). Ökologisch und sozial nachhaltiges Handeln ist uns dabei sehr wichtig.

Wir wollen also ein selbstorganisiertes und an soziale Kriterien gebundenes Projekt schaffen, indem wir uns gegenseitig unterstützen und Alltagsdinge, wie zum Beispiel Kinderbetreuung, Einkauf oder Kochen, gemeinschaftlich organisieren – auch um dadurch mehr Zeit für wichtigere Dinge wie Freund_innen und politisches Engagement zu gewinnen. Wir finden es außerdem wichtig, dass soziale Kriterien beim Zusammenwohnen berücksichtigt werden. Dafür soll unter anderem ein Solidarfonds für Notlagen geschaffen werden.

Kontakt: info@hausprojekt-kommunalka.org

*aus dem Song „Abend in der Stadt“ von Aufbruch